Collective & Transgenerational Trauma in Austria

Kollektives & Transgenerationales Trauma in Österreich

Leitung: Gregor Steinmaurer & Teresa Distelberger; Trainee: Frank Behrens
Sprache: Deutschsprachig – alle Nationalitäten mit Resonanz oder Verbindung zu Österreich sind willkommen!

Dieses Forschungslabor konzentriert sich auf die Erforschung der Landschaft der österreichischen kollektiven Felder von historischem Trauma. Wir werden wichtige traumatische Ereignisse und Perioden sowie deren Nachhall im Heute identifizieren. Der erste Schritt besteht darin, einen Überblick über die wichtigsten historischen Schichten zu schaffen: Vom Habsburgerreich bis zum Ersten Weltkrieg, zum Zusammenbruch der Monarchie und zum Austrofaschismus; Vom Nationalsozialismus, dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg bis zur Leugnung der Täterschaft im Nachkriegs-Österreich; Die kulturellen Auswirkungen der Wiedererrichtung Österreichs als eigenständiger Staat nach dem Zweiten Weltkrieg – vor dem Hintergrund der Darstellung von Österreich als das erste Opfer von Nazideutschlands.

In einem zweiten Schritt untersuchen wir, welche kulturelle Selbstverständlichkeiten und Tendenzen in der österreichischen Gesellschaft auf kollektive Traumaschichten und transgenerationale Traumaübertragung zurückgeführt werden können. Was ist sichtbar und fühlbar? Was ist unsichtbar und wurde Teil der kulturellen Normen? Was kann benannt und sichtbar gemacht werden? Wir untersuchen auch, welche Kompensationsstrategien entwickelt worden sind. Was sind einzigartige Qualitäten und Ressourcen, die zur Aufarbeitung der unintegrierten Vergangenheit und der möglichen Folgen historischer Traumata im österreichischen Kulturraum genutzt werden können?

Wir werden erforschen

  • Was ist der historische Hintergrund von kollektiven Traumata und Resilienz in Österreich?
  • Wie beeinflusst das historische kollektive und intergenerationelle Trauma die Entwicklung der kulturellen und sozialen Strukturen in Österreich?
  • Wie reflektiert und verstärkt unser Sprachgebrauch die Folgen dieses Traumas?
  • Wie zeigt sich dieser Bereich des kollektiven und intergenerationalen Traumas in Krisenzeiten (z.B. Covid-19, Klima-Notlagen)?
  • Können kohärente Wir-Räume und ein Prozess des Erlebens kollektiver und intergenerationeller Traumata zu einer Integration und schließlich zur Heilung dieses Bereichs kollektiver Traumata führen?

Die Teilnehmer verpflichten sich zu

  • Zur Bereitschaft zur Teilnahme an allen Online-Treffen.
  • Zur allgemeine Fähigkeit zur Selbstregulierung und Erdung bei der Arbeit mit potentiell auslösenden Inhalten.
  • Zum Verständnis der primären Intention des Labs als Forschungsraum und nicht als Gruppe für persönliche Traumaarbeit.
  • Daß sie frei vom Einfluss von Drogen sind. 
  • Daß jeder persönliche Austausch innerhalb dieses Labs vertraulich behandelt wird, die Namen der anderen Teilnehmer weder weitergegeben noch Informationen zu ihnen geteilt werden.
  • Dass sie Selbstverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen – dieses Lab bietet keinen Raum für Therapie oder Behandlung.

Max. Gruppengröße: 30

Zeit: Mittwochs 18.00 – 20.00 Uhr Mitteleuropäische Zeit (Finde hier die Zeit an Deinem Standort)

Termine: 3- bis 4-wöchentlich; 18. November, 16. Dezember 2020, 13. Januar, 3. Februar, 24. Februar, 24. März, 14. April, 12. Mai, 2. Juni, 23. Juni 2021

Lab Team

Gregor Steinmaurer
Systemischer Therapeut und Traumatherapeut (Somatic Experiencing®), Psychosozialer Berater (Dipl. LSB, Österreich), Coach und Workshopleiter. Master in Beratungspsychologie (Uni Graz). Er lebt und arbeitet in freier Praxis in Österreich, und leitet international Workshops und Trainings, auch gemeinsam mit seiner Frau Komala Amorim. Er ist ausgebildet in verschiedenen therapeutischen Modalitäten wie: Systemische Familientherapie, Somatic Experiencing, Dialogisch-Systemische Aufstellungsarbeit, NLP, Körperarbeit, Primärtherapie, Neuroaffektive Psychotherapie (M. Bentzen), Ego-State Therapie und anderen. Er hat sich langjährig intensiv mit verschiedenen Spirituellen Traditionen und Meditation beschäftigt und diese parktiziert. 2009 begegnete er Thomas Hübl, ist Teil des Teams im Pocket Project für kollektive und generationenübergreifende Trauma-Integration, und Mitglied der Assistenzgruppe von Thomas Hübl. Sein besonderes Interesse liegt in der Weiterentwicklung kollektiver Heilarbeit und Themen an der Schnittstelle von Traumaheilung, Mystik und kollektiver Bewusstseinsarbeit.

Teresa Distelberger
ist Dokumentarfilmerin, Künstlerin und Moderatorin. Nach ihrem MA-Studium der Sprachwissenschaft forschte sie mit Prof. Ruth Wodak über „Österreichische Identitäten“ und analysierte Gedenkreden. Später studierte sie einen MA “Arts in Practice” am Dutch Art Institute und schrieb ihre Diplomarbeit über “Dialogische Kunst und Gedenken”. In ihrer Arbeit als Künstlerin verbindet sie traumainformierte dialogische Praktiken mit Video-Installation und Gedenkkultur. Seit ihrer Begegnung mit Thomas Hübl im Jahr 2012 lernt sie von ihm und hat neben verschiedenen Kursen und Retreats das 3-jährige “Timeless Wisdom Training” und das 1-jährige “Pocket Project Training“ über Kollektive Trauma Integration absolviert. Im Jahr 2015 moderierte sie ein Symposium für „The Austrian Encounter“ – eine Gruppe von (Enkel-)Kindern von Nazis und Holocaust-Überlebenden in Wien. Ihre letzten preisgekrönten Kino-Dokumentarfilme beschäftigen sich mit sozialem Wandel und der Zukunft des ländlichen Raums.

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Collective & Transgenerational Trauma in Austria

Facilitators: Gregor Steinmaurer & Teresa Distelberger; trainee: Frank Behrens
Language: German speaking – all nationalities with resonance or connection to the Austrian field are welcome!

This research lab is focused on exploring the landscape of the Austrian collective fields of historical trauma. We will identify major traumatic events and periods as well as their reverberation today. The first step is to create an overview of the major historical layers: From the Habsburg empire to WWI, the collapse of the monarchy and Austro fascism; From National socialism, the Holocaust and WWII to the denial of perpetratorship in postwar-Austria; The cultural effects of the re-creation of Austria as a sovereign nation after WWII, under the premise of Austria as the first victim of Nazi Germany.

In a second step we explore which cultural agreements and tendencies in Austrian society can be traced back to collective trauma layers and transgenerational transmission of trauma. What is visible and palpable? What is invisible, and became part of cultural norms? What can be named, and made visible? We also explore which compensation strategies have been developed. What are unique qualities and resources that can be utilized to deal with the unintegrated past, and potential consequences of historical trauma in the Austrian cultural sphere?

We will be exploring

  • What constitutes the historical background of collective trauma and resilience in Austria?
  • How does the historical collective and intergenerational trauma influence the development of cultural architecture in Austria?
  • How does our use of language reflect and reinforce the consequences of this trauma?
  • How does this area of collective and intergenerational trauma show itself in times of crisis (e.g. Covid-19, climate emergencies)?
  • Can coherent we-spaces and a process of witnessing collective and intergenerational trauma lead to an integration and eventual healing of this area of collective trauma?

Participants are asked to commit to

  • Participate in all online meetings.
  • Bring a general capacity for self-regulation and grounding while working with potentially triggering content.
  • Understand the primary intention of the lab as a research container, and not a group for personal trauma work.
  • Ensure to be free from the influence of drugs.
  • Assume confidentiality – all personal sharing within this Lab will be kept confidential and names of other participants will not be shared, nor will they be described.
  • Assume self-responsibility for your health – this Lab does not provide therapy or treatment.

Max. group size: 30

Time: Wednesdays, 6-8pm Central European Time (Please check here to find the time in your location)

Dates: all 3-4 weeks; 18 November; 16 December 2020 ; 13 January; 3 February; 24 February; 24 March; 14 April; 12 May; 2 June; 23 June 2021

Lab Team

Gregor Steinmaurer
is a Systemic Therapist, Traumatherapist (Somatic Experiencing®), Psychosocial Counsellor (Dipl. LSB, Austria), Coach and Facilitator, and holds a Masters Degree in Counselling Psychology. He lives in Austria, works in private practice and leads workshops internationally for over 15 years, also with his wife Komala de Amorim. He is further trained in a variety of methods and therapeutic modalities, such as Systemic Family and Primal Therapy, Family Constellation, NLP, Bodywork and in Trauma Therapy with Marianne Bentzen (Neuroaffective Therapy), Maggie Phillips (Ego-State Therapy) and others. Gregor has followed a regular practice of Meditation and Martial Arts for over 20 years. He met Thomas Hübl in 2009, and is a member of the Assistant Team and Core Team in the Pocket Project. His interest lies in the further development of collective healing oriented processes at the intersection of trauma, mysticism and integral development.

Teresa Distelberger
is a documentary filmmaker, artist and facilitator. After her MA studies of linguistics she researched about Austrian identities with Prof. Ruth Wodak, analyzing commemorative speeches. She later studied an MA “Arts in Practice” at the Dutch Art Institute and wrote her thesis about “Dialogical Art and Commemoration”. In her work as an artist she is combining trauma informed dialogical practices with video installation and commemorational culture. Since she met Thomas in 2012 she has been studying with him, attending amongst various courses and retreats the 3-year the Timeless Wisdom Training and the 1-year Pocket Project Training about Collective Trauma Integration. In 2015 she facilitated a symposium for the “Austrian Encounter” – a group of (grand-)children of Nazis and Holocaust survivors in Vienna. Her last award-winning cinema documentary films focus on social change and the future of rural areas.

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